Folge 55: Operieren in der Schwangerschaft
Shownotes
Die Facharzt-Weiterbildung fällt häufig genau in die Phase, in der sich auch im Privatleben einiges ändert – Stichwort: Familiengründung. Wenn junge Ärztinnen schwanger werden, kann das auch beruflich eine Herausforderung sein – besonders in Fachgebieten wie der Chirurgie oder der Anästhesie. Denn lange bedeutete eine Schwangerschaft das Ende einer Tätigkeit im OP.
Inzwischen ist das anders – das Mutterschutzgesetz wurde neu geregelt und die Risiken für werdende Mütter werden teilweise anders eingeschätzt. Bei der Umsetzung sind allerdings die Kliniken als Arbeitgeber gefragt. Am Universitätsklinikum Heidelberg hat man das erkannt. Hier gibt es umfassende Gefährungsbeurteilungen für alle Arbeitsbereiche, in denen schwangere Ärztinnen tätig sind.
Das schafft Klarheit und gibt den Frauen Wahlfreiheit, sagt Dr. Sabine Ewerbeck. Die Anästhesistin und Allgemeinmedizinerin ist stellvertretende Leiterin des Betriebsärztlichen Dienstes am UKHD und setzt sich seit 13 Jahren leidenschaftlich für das Thema Mutterschutz ein. Im Interview spricht sie darüber, was sich in den letzten Jahren verändert hat, worauf Kliniken bei der Gefährdungsbeurteilung achten sollten und warum ein differenziert geregelter Mutterschutz auch ein Faktor ist, der eine Klinik als Arbeitgeber für junge Ärztinnen attraktiv macht.
Sie haben Fragen, Anmerkungen oder interessieren sich für eine individuelle Beratung von den Recruiting-Experten des Deutschen Ärzteverlags? Schreiben Sie uns an podcast@aerztestellen.de! Wir freuen uns über Ihr Feedback!
Transkript anzeigen
00:00:06: Bis der Arzt kommt, der Rekrut in Podcast von Ärzte stellen dem Stellenmarkt des deutschen Ärzterplatz.
00:00:18: Herzlich willkommen zur nächsten Folge von Bis der Arzt Kommt, dem Rekruting-Podcast von Ärztestellen.
00:00:24: Dem Stellenmarkt des deutschen Ärzteblatz!
00:00:27: Ich bin Stefanie Hanke, Onlineredakteurin bei ärztestellendee und heute sprechen wir über ein Thema das besonders für junge Ärztinnen relevant ist.
00:00:36: Denn die Facharztweiterbildung fällt häufig genau in die Phase, in der sich auch im Privatleben einiges verändert – Stichwort Familiengründung.
00:00:45: Wenn junge Ärztinnen schwanger werden, kann das auch beruflich eine Herausforderung sein – besonders in Fachgebieten wie der Chirurgie oder der Anästhesie.
00:00:54: Denn lange bedeutete eine Schwangerschaft das Ende einer Tätigkeit im OP!
00:00:59: Inzwischen ist das zum Glück anders.
00:01:01: Das Mutterschutzgesetz wurde neu geregelt und die Risiken für werdende Mütter werden jetzt teilweise anders eingeschätzt.
00:01:07: Bei der Umsetzung sind allerdings die Kliniken als Arbeitgeber gefragt.
00:01:12: Am Uniklinikum Heidelberg hat man das erkannt – hier gibt es umfassende Gefährdungsbeurteilungen für alle Arbeitsbereiche, in denen schwangere Ärztinnen tätig sind.
00:01:22: Das schafft Klarheit und gibt den Frauen Wahlfreiheit, sagt Dr.
00:01:26: Sabine Eva Beck Die Anesthesistin und Allgemeinmedizinerin ist stellvertretende Leiterin des betriebsärztlichen Dienstes am UKHD, setzt sich seit dreizehn Jahren leidenschaftlich für das Thema Mutterschutz ein.
00:01:39: Im Interview spricht sie darüber, was sich in den letzten Jahren verändert hat, worauf Kliniken bei der Gefährdungsbeurteilung achten sollten – und warum ein differenziert geregelter Mutterschutz auch ein Faktor
00:01:50: ist,
00:01:51: der eine Klinik als Arbeitgeber für junge Ärztinnen attraktiv
00:01:54: macht.".
00:01:58: Das Interview.
00:02:00: Hallo Frau Dr.
00:02:01: Ewerberg, herzlich willkommen zu unserem Podcast bis der Arzt kommt!
00:02:05: Wir sprechen heute über ein Thema das gerade für jüngere Ärztinnen total relevant ist nämlich die Frage was passiert eigentlich wenn man zum Beispiel während der Facharzt Weiterbildung schwanger wird?
00:02:17: Das ist ja oft so dass fällt zeitlich in den gleichen Abschnitt des Lebens.
00:02:21: Wenn man mit dem Studium fertig ist und einen Partner gefunden hat dann kommt die Familiengründungsphase gleichzeitig dann Weiterbildung, Fahrt aufnimmt und gerade in der Chirurgie Kann das problematisch sein?
00:02:35: Denn es gibt ganz strenge Regeln dazu, wann man in der Schwangerschaft operieren darf.
00:02:40: Was man tun darf während man schwanger ist gerade als junge Chirurgen im OP und darüber sprechen wir heute und auch darüber was Kliniken tun können ums den werdenden Müttern zu erleichtern.
00:02:51: ich freue mich dass sie heute bei uns sind.
00:02:53: Wir fangen mal direkt an mit dem Thema was bedeutet es denn für junge Ärztinnen wenn Sie so wie wir es gerade skizziert haben während der Weiterbildungszeitschwanger werden?
00:03:03: Wenn eine Ärztin bekannt gibt, dass sie schwanger ist, gilt das Mutterschutzgesetz.
00:03:10: Das bedeutet, Sie kann nicht mehr jede Tätigkeit so durchführen wie zuvor.
00:03:16: Das heißt ein eingeschränktes Tätigkeitsprofil, das bedeutet aber gleichzeitig auch Einschränkungen in der Weiterbildung.
00:03:23: Der Weiterbildungskatalog kann zum Beispiel nicht mehr entsprechend erfüllt werden.
00:03:29: Dadurch verlängert sich die Weiterbildungszeit.
00:03:33: Das kann natürlich auch zum Karriereknick führen und in operativen Fächern ist es von besonders großer Relevanz, da der OP-Katalog nicht mehr mit OPs gefüllt werden kann.
00:03:45: Das ist insgesamt eine Benachteiligung und eine fehlende Gleichbehandlung mit Männern.
00:03:52: Dadurch – das erlebe ich immer wieder oder habe es mir erlebt wird die Schwangerschaft oft sehr lange verschwiegen.
00:04:00: Und das ist eigentlich die größte Gefährdung.
00:04:02: bei uns kommen oft schwangere erst in der achtentzwanzigsten oder dreißigsten Schwangerschaftwoche, um ihre Weiterbildung ohne Begrenzungen durchführen zu können.
00:04:15: und dann muss man noch sagen Ärzte haben ja oft befristete Zeitverträge für die Zeit der Weiterbildung.
00:04:23: Dann könnten zumindest befürchten, dass viele Ärzte den anstehenden Vertragsverlängerung eventuell zum Problem werden.
00:04:31: Das klingt alles tatsächlich ziemlich schwierig.
00:04:34: Sie haben es auch gesagt.
00:04:35: Viele haben es bisher oft so lange wie es irgendwie ging verspiegen, dass sie schwanger geworden sind.
00:04:42: Auch
00:04:42: z.B.,
00:04:43: weil sie sofort aus dem OP genommen wurden.
00:04:45: Warum war das denn früher üblich?
00:04:47: Also, wie schon gesagt ... Mit Bekanntgabe der Schwangerschaft gilt das Mutterschutzgesetz.
00:04:54: Mutterschutz ist in Deutschland Ländersache, das bedeutet die Auslegung und Anwendungen des Muttersschutzgesetzes ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich.
00:05:06: In manchen Bundesländern durfte man weiter operieren, Nordrhein-Westfalen oder Rheinland-Pfalz
00:05:12: aber empfiehlen
00:05:13: oder den meisten Bundesländern wie zum Beispiel Baden-Württemberg, was wir ja sind.
00:05:18: Und Bayern wurde das Mutterschutzgesetz anders ausgelegt.
00:05:23: die Schwangere wurde sofort aus dem OP genommen.
00:05:26: und zum Warum?
00:05:28: Gemäß Mutterschutz gibt es dem Paragraf elf und zulässige Tätigkeiten.
00:05:33: Es wurde vonseiten ich spreche jetzt mal vom Unfallaufsichtsbörrhard in Baden Württembergh.
00:05:39: Es wurde als unverantwortbare Gefährdung angesehen, mit spitzen scharfen potenziell kontaminierten Gegenständen – was ja ein Skalpell ist – das Handwerkszeug einer Operateurin umzugehen.
00:05:53: Die Begründung war die Wahrscheinlichkeit mit einer Infektion im Rahmen einer Nadelstichverletzung mit Hepatitis C oder HIV ist verhandeln verbunden mit schweren Folgen.
00:06:07: Und zum eigentlichen Problem, mit keiner weiteren operativen Tätigkeit kann der Ausbildungskatalog nicht weiter erfüllt werden und dadurch eine Verlängerung der Ausbildung.
00:06:19: Also wichtig!
00:06:20: Nicht in allen Bundesländern aber in vielen sofort keine Tätigkeiten mehr im OP.
00:06:27: Jetzt ist ja der Mutterschutz neu geregelt worden.
00:06:30: Ist es dazu gekommen dass es da jetzt andere Regelungen gibt als früher?
00:06:34: Also diese neue Regelung muss man ganz klar sagen, sind ein Meilenstein in der Medizin.
00:06:41: Zwei Tausend Achtzehn ist ein novelliertes Mutterschutzgesetz in Kraft getreten.
00:06:46: das hat es alt ich glaube von neunzehntals fünfzig abgelöst.
00:06:50: Manuela Schvesig die damalige Familienministerin ja des Groß angekündigt alles wird einfacher.
00:06:56: operieren in der Schwangerschaft wird möglich sein.
00:06:59: Nun, als das Gesetz dann rauskam, waren wir doch alle sehr enttäuscht.
00:07:03: Weil alles war schwieriger und operieren war erst mal gar nicht möglich!
00:07:07: Aber es gibt ein Fahrerkraft dreißig... In denen wird die Einrichtung eines Ausschusses für Mutterschutz gefordert.
00:07:15: Was ist das?
00:07:16: Das sind fünfzehn geeignete Personen mit ihren Vertretern aus verschiedensten Spaten, Medizin Wirtschaft Gewerkschaften Arbeitssicherheit Studierendenvertretungen und so weiter.
00:07:30: Und dieser Ausschuss hat zur Aufgabe sicherheitstechnische, arbeitsmedizinisch vor allem aber praxisnah Regen zu erstellen und zu veröffentlichen.
00:07:42: Und hier arbeite ich auch in einem Arbeitskreis mit.
00:07:45: also ich weiß frühzeitig über Änderungen oder Neuerungsbescheid also schon vor der Veröffentlichung.
00:07:52: und wenn diese Regeln dann veröffentlicht sind, dann gelten die deutschlandweit das heißt es gibt ein länderübergreifendes Ein reichliches Vorgehen in ganz Deutschland.
00:08:05: Sie haben Überengültigkeit und bislang wurden zwei Regeln und mehrere Informationen veröffentlicht, eine Regel und eine Information betreffen die Medizin.
00:08:17: Das heißt, die Medizin ist zuerst berücksichtigt worden Und ganz sicher verdanken wir das der Initiative operieren in der Schwangerschaft Kotsopitz genannt.
00:08:27: Ich würde gerne noch was dazu sagen zu OPZ, weil das ist wirklich eine ganz wichtige, ganz tolle Initiative.
00:08:35: Die wurde im Jahr zwei Tausend Fünfzehn gegründet.
00:08:38: Das ist eine Gruppe von jungen Ärztinnen.
00:08:41: die haben sich gegen die restriktive Auslegung des Mutterschutzgesetzes gewährt.
00:08:48: sie pochen auf EU Recht keine Benachteiligung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt keine Benachteiligung gegenüber Männern.
00:08:57: Die haben einen Positionspapier veröffentlicht, die sind seitdem hoch aktiv, wann richtig öffentlichkeitswirksam kamen in Fernsehen, haben in jeder Erzitscheidschrift auch im deutschen Ersteblatt überall veröffentlicht, haben es geschafft dass sämtliche operative Disziplinen Positiv-Listen Und sicher verdanken wir Ihnen, denn Sie arbeiten auch im Ausschuss für Mutterschutz mit.
00:09:25: Dass wir die Medizin als erstes berücksichtigt wurde?
00:09:30: Das ist eine große, große Leistung!
00:09:32: Das kann man nicht genug anerkennen.
00:09:34: was da die Frauen von Opels dafür getan haben.
00:09:37: Gucken wir mal ins Detail.
00:09:38: Was haben denn die neuen Regelungen im Mutterschutz jetzt konkret für die schwangeren Ärztinnen gebracht?
00:09:44: also die haben eine enorme Entwicklung durch diese Veröffentlichungen in der Medizin gebracht.
00:09:51: Ganz wichtig und das finde ich ein ganz wichtiger Punkt, schwangere Ärztinnen müssen ihre Schwangerschaft nicht mehr verheimlichen.
00:09:59: Sie sind zwar geschützt durch das Mutterschutzgesetz aber sie können Ihre Weiterbildung weiterverfolgen.
00:10:07: Das Tätigkeitsprofil der Schwangenärztin hat sich gravierend verändert durch diese Veröffentlichung.
00:10:14: Kurz auf den Punkt gebracht, ein Aufenthalt im OP von Schwangeln ist überhaupt erst möglich geworden und zwar nicht nur von Operateurinnen sondern von sämtlichen Berufsgruppen im OP.
00:10:26: Im ärztlichen Bereich betrifft es auch die Anästhesistin.
00:10:30: Also operieren, verschwangere Ärztinnen ist möglich geworden.
00:10:34: Narkosen mit Narkosegasen durchführen ist für schwangere Anästhesistien möglich geworden.
00:10:40: Dadurch hat sich aber auch das OP-Spektrum von ApparateurInnen verändert.
00:10:46: Sie können wesentlich mehr OPs durchfüllen vor allem eben auch Bauchopes.
00:10:51: Die werden meist mit narkosegassen gefahren und sind ein wichtiger Bestandteil in der Fortbildung bei Chirurgien.
00:10:59: Das ist ja schon eine ganze Menge, dass dadurch jetzt erleichtert wird und viele neue Möglichkeiten für die schwangeren Ärztinnen.
00:11:06: Was für Voraussetzungen müssen denn gegeben sein, dass Ärzte in der Schwangerschaft auch weiterhin im OP arbeiten dürfen nach den neuen Regelungen?
00:11:14: Also das Wichtigste!
00:11:16: Das wichtigste ist immer der Vorgesetzter muss einverstanden sein er trägt die Verantwortung und im Mutterschutz hat er den Hut auf.
00:11:26: Leider haben Schwangere im neuen Mutterschutzgesetz sehr wenig Mitspracherecht.
00:11:30: Eigentlich kann eine Schwange nur mitreden bei der Wochenendearbeit, die eigentlich unzulässig ist verboten ist.
00:11:37: aber da kann sie etwas unterschreiben, kann das trotzdem machen.
00:11:40: Sie können auch bei der Nacht dabei zwischen zwanzig und zweimzwanzig Uhr mitrede.
00:11:45: Da kann sie auch etwas unterscheiden.
00:11:47: Aber ansonsten hat sie wenig mit Sprachrecht.
00:11:50: Aber wichtig ist die Schwangere muss wollen.
00:11:53: Es sollte nicht über den Kopf der Schwangerin hinweg entschieden werden.
00:11:58: und ganz wichtig, die Gefährdungsbeurteilung muss vorhanden sein.
00:12:02: Die technischen Voraussetzungen im OP müssen erfüllt sein um anwesend sein zu können bei Narkosegasen Und natürlich müssen auch die Rahmenbedingungen im Opel selbst erfüllt.
00:12:16: Da gehen wir gleich jetzt noch mal einfach ins Detail, weil Sie am Universitätsklinikum Heidelberg ... Sie haben da ja gute Möglichkeiten gefunden.
00:12:24: Auch über die Gefährdungsbeurteilung auch über die technischen Voraussetzungen was sie eben schon angesprochen haben es für die jungen Ärztinnen zu erleichtern.
00:12:32: Wie sorgen Sie denn am UKHD konkret dafür dass die schwangeren Ärzten den auch im Mutterschutz auch ihre operativen Routinen bei behalten können?
00:12:41: Schon vor der Veröffentlichung der Regelungen vom Ausschuss für Mutterschutz war ich eigentlich aktiv.
00:12:47: Ich bin eigentlich seit zwei Tausend Fünfzehn aktive Operieren in der Schwangerschaft, ich habe immer Anträge auf Operieren bei unserer Aufsichtsbehörde bei den Regierungspräsidien Baden-Württembergs gestellt, die wurden aber leider immer abgelehnt.
00:13:04: Nichtsdestotrotz hab' ich immer die Zusammenarbeit mit dem Regierungspreisidium gesucht und im Jahr ist es zum jährlichen Treffen der Fachgruppen Mutterschutz, der Regierungspräsidien Baden-Württembergs eingeladen.
00:13:21: Mein Vortrag war natürlich prooperieren und ich habe versucht sämtliche Bedenken auszuräumen und wahrscheinlich war es mit Ausschlag geben das am Ende der Sitzung Eine Entscheidung getroffen wurde, die natürlich sehr – ich sage jetzt mal – Zukunftsweisend war.
00:13:41: Operieren in der Schwangerschaft war möglich!
00:13:44: Wir haben das am Uniklinikum sofort umgesetzt.
00:13:48: Wir haben sofort für jede Schwangere, die operieren wollte eine individuelle Gefährdungsbeurteilung zusammen mit der Schwangeren, zusammen mit dem Vorgesetzten erstellt und haben das Ganze koordiniert.
00:14:04: Mit der Aufsichtsbehörde also bei uns des Regierungspräsidium Karlsruhe.
00:14:09: Das bedeutet wir wollten dass keine Zeit verloren geht dadurch, dass ich nah am Thema bin vieles mir leicht hier zu unterstützen.
00:14:18: Es war immer ein Anliegen diesen Prozess bei unserem Uniklinikum schnell zu implementieren.
00:14:25: Es ist schon eine Weile da, aber der Prozess hat sich durch die Veröffentlichung natürlich jetzt vereinfacht.
00:14:33: Dann sprechen wir mal über den Prozess.
00:14:34: wie läuft in so einer Gefährdungsbeurteilungen für schwangere Ärztinnen ab und was wird da besonders berücksichtigt?
00:14:41: Also zunächst einmal muss man wissen das es eine Anlass unabhängige Gefährderung beurteilt gibt.
00:14:48: Die hat Allgemeingültigkeit und muss schon vor Bekanntgabe
00:14:53: irgendeiner
00:14:54: Schwangerschaft überhaupt erst mal vorlegen.
00:14:57: Und dann gibt es noch die individuelle Gefährdungsbeurteilung, die mit Bekanntgate der Schwangersschaft auf die Schwangere angepasst wird.
00:15:07: Also hier finden Faktoren wie der Immunstatus für Schwangeren oder eben auch das besondere Tätigkeitsprofil Anlass.
00:15:18: unabhängige Mutterschutzgefährdungsbeotteilen müssen mehrere Faktoren berücksichtigt werden.
00:15:23: Also zum einen muss natürlich das Mutterschutzgesetz eingehalten werden, da ich habe schon mehrfach gesagt Paragraf elf und zulässige Tätigkeiten.
00:15:32: also ich sage jetzt mal so ein paar Punkte die im OP wichtig sind zb nicht mehr als vier Stunden stehen nach dem fünften Schwangerschaftsmonat oder keine dauerhaften Zwangshaltung Kein Tragen von Schutzausrüstung, das selbst eine Belastung darstellt.
00:15:52: Dazu gehört zum Beispiel die Röntgenschürze, die per se schon fünf Kilogramm wiegt und kein Umgang mit ionisierender Strahlung also Röntenstrahlung alles ganz wichtig.
00:16:04: Das ist aber jetzt reines Mutterschutzgesetz.
00:16:08: Zum anderen müssen natürlich diese Veröffentlichungen die Regel umgang von Schwarren mit Narkosegasen umgesetzt werden und die veröffentlichte Information, die heißt Gefährdung verschwangere und stillende im Arbeitsbereich OP.
00:16:26: Die muss auch Beachtung finden!
00:16:28: Und hier ist es natürlich sinnvoll eine Vorortbegehung durchzuführen.
00:16:32: Beim uns am Uniklinikum Heidelberg haben wir alle operativen Bereiche sämtlicher operativer Fächer gemeinsam mit der Arbeitssicherheit der Personalvertretung, also den Personalrat einer leitenden Oberärztin der Anästhesie mit der ich seit über acht Jahren zusammen arbeite und den Chefärzten, den Vorgesetzten durchgeführt.
00:17:01: Also beurteilt wurde im Hinblick auf die technischen Voraussetzungen der OP-Sele unter Einleitungsräume, der Narkosegase Der Röntgenstrahlung, also eine Schwanger darf nicht operativ tätig sein in einem Raum, in dem ständig geröncht wird wie zum Beispiel der Unfallchirurgie wo ständig der Zeebogen im Einsatz ist.
00:17:23: Und bei Einhaltung der Regel und der Information ist davon auszugehen dass auch die Anforderungen für das Mutterschutzgesetz erfüllt sind.
00:17:33: Das ist ja schon mal gut zu wissen.
00:17:35: da gibt es die Möglichkeit durch Technische Lösungen, die Frauen besonders zu schützen.
00:17:40: Was für technische Schutzmaßnahmen gibt es denn und wie hilft
00:17:43: das?
00:17:43: Das Entscheidende sind eigentlich die technisch Voraussetzungen, die vorhanden sein müssen für die Durchführung von Gasnarcosen.
00:17:52: Dazu gehört eine entsprechende Ausrüstung des OP-Raums der Einleitungsräume, hohe Luftwechselrate, laminar Airflow, achtfacher Luftwechsel muss vorhandensein in sämtlichen Einleitungshäumen und insämtliche OPsälen damit schwagere Mitarbeiterinnen hier anwesend sein können, also die Anesthesistin eine Gasmarkose durchführen kann.
00:18:18: Die Operatörin eine OP mit Gasmarkos durchführende kann.
00:18:23: Sovor waren eigentlich nur Tivas.
00:18:26: das ist totale intravenöse anesthesie Das sind inizierbare Anästhetiker oder Regionalverfahren.
00:18:35: Das sind so Teilnarkosen, wie zum Beispiel Rückenmarksnahrverfahren, Spinale- oder Peridorale-, oder Lokale.
00:18:43: Also die waren vor Veröffentlichung möglich.
00:18:47: Jetzt nach Veröffentlichten mit den entsprechenden technischen Voraussetzungen sind auch Gasmarkosen möglich.
00:18:54: hier müssen ganz wichtig Unzulässige Tätigkeiten mit Narkosegassen natürlich beachtet werden.
00:19:02: Das sind zum Beispiel Maskeinleitungen, eine Maske ist nicht dicht.
00:19:07: neben der Maske können Narkosegasse auspräten Und dieser Gefährdung muss man eine Schwangerin nicht bewusst aussetzen.
00:19:16: Oder es gibt die Torachschirurgie, Larringschirurgies, die operationstechnisch bedingt zum Ausbritzen von Narkosegasen wird.
00:19:25: Hier sollten auch schwangere Ärztinnen nicht anwesend
00:19:28: sein.".
00:19:29: Jetzt gibt's auch die Möglichkeit, die ÄrztInnen durch organisatorische Lösungen besser zu schützen?
00:19:34: Was kann man da
00:19:34: machen?".
00:19:37: sind die organisatorischen Schutzmaßnahmen genau das, was Opiz bei ihrem Prositionspapier gefordert hat.
00:19:47: Es sind bestimmte Rahmenbedingungen, die eingehalten werden müssen.
00:19:51: da muss irgendwo des OP-Umfeld auch an die Schwange angepasst werden.
00:19:55: also ganz wichtig der Immunitätsstatus der Schwangeren muss auf Hepatitis B überprüft werden.
00:20:03: Das geschieht meistens bei uns, der Täter muss über hundert sein.
00:20:08: Dann warum Sie nicht operieren durften?
00:20:11: Kein Einsatz bei bekanntem HTDC und HIV positiven Patienten als bei infektiösen Patienten!
00:20:19: Man muss ja die Schwangeren nicht bewusst diesem Risiko aussetzen.
00:20:25: Dann sind natürlich ganz wichtig die Operationsbedingungen, also kein Einsatz bei Notfalloperationen.
00:20:32: Sie sollte bei elektrischen OPs eingesetzt werden, also bei erwartbar guten Bedingungen und sie sollte keine Tätigkeiten im beengten OP-Citus durchführen.
00:20:44: Da können dann schon öfter auch mal Nadelstichverletzungen auftreten.
00:20:48: Ganz wichtig ist natürlich auch das Ein chirurgisches Backup da ist, sollte die Schwangere in eine Notfallsituation geraten.
00:20:58: Aber wer den OP kennt das ist ein kleines Dorf für sich, dass immer irgendwo jemand der einspringen kann.
00:21:06: Dann die reinen Forderung des Mutterschutzgesetzes hat ich ja bereits gesagt kein Umgang mit Röntgenstrahlung.
00:21:12: ganz wichtig ist noch ausreichende Rauchgasabsaugungen.
00:21:17: Rauchgase entstehen beim Krautern oder beim Lesen zum Schutz des Patienten, um Blutungen zu minimieren.
00:21:25: Hier sollte Minimierungsgebot das heißt es muss ein gutes technisches Instrumentarium sein mit dem die Schwanger arbeitet gegebenenfalls auch Einsatz von FFP-II Maske aber hierzu wird es noch eine Veröffentlichung geben.
00:21:42: Dann natürlich zum Eigenschutz tragen von doppelten Indikatorhandschuhen Schutzbrille.
00:21:48: Das ist ja eine ganze Menge, was man da schon machen kann um die Ärztinnen zu schützen.
00:21:53: Bei Mutterschutzgesetz geht es ganz oft um diesen Begriff der unverantwortbaren Gefährdung.
00:21:57: wie wird denn das in der Praxis interpretiert und was hat das für Auswirkungen genau auf die operativen Tätigkeiten der Ärztin?
00:22:04: Also...
00:22:06: Der Begriff Unverantwortbare Gefährderung taucht erstmals im diesem novellierten Mutterschutzgesetz geklärt.
00:22:19: Ich möchte Ihnen mal den Wort laut direkt sagen, also eine unverantwortbare Gefährdung tritt auf wenn eine Gesundheitsbeeinträchtigung deren Eintrittswahrscheinlichkeit angesichts der Schwere des möglichen Schadens nicht hinnehmbar ist.
00:22:39: So das lassen Sie sich jetzt mal auf die Zunge zergehen.
00:22:43: ich werde jetzt versuchen Ihnen das ganz einfach zu erklären.
00:22:48: Hier wird für eine Gesundheitsbeeinrichtigung die Eintrittswahrscheinlichkeit und die Schwere des möglichen Schadens in Relation gesetzt.
00:22:58: Das bedeutet, je schwerer der Schaden, desto geringer darf die Eiltrittswahlscheinlichkeit sein.
00:23:07: Ich nehme das Beispiel Windpockenz, Varizäne bei einer Schwangeren keinen Immunschutz gegen Varizälen hat.
00:23:16: Das bedeutet, sie ist nicht zweimal geimpft oder sie hat es nicht durchgemacht und keine Antikörper.
00:23:23: Bei solch einer Schwangerung
00:23:25: können
00:23:25: Windpocken sehr schwer verlaufen.
00:23:28: Es kann zu schweren Kondinitalien und Neonatalien Erkrankungen kommen.
00:23:33: Es gibt das fetale Varizän-Syndrom vor allem in den ersten zwanzig Schwangerschaftswochen aber auch später dass zum Missbildung beim Filtus führen kann.
00:23:42: Die Schwanger selbst kann vor allem im letzten Trimenton eine Varizellenpneumonie erleiden, an der sie sterben kann.
00:23:51: Vor und direkt nach der Geburt besteht für das Neugeborene ein hohes Risiko für einen sogenannten neonatalis-Varizellenerkrankung mit schweren Verlaufs.
00:24:05: Das bedeutet während der gesamten Schwangerschaft bestehen Gefährdungen.
00:24:09: die Wahrscheinlichkeit dass sich jemand während der Schwangerschaft Varezellen zuzieht, ist sehr gering.
00:24:18: Die meisten Kinder sind gegen Varezzellen geimpft oder haben es durchgemacht.
00:24:22: Es betrifft die Gruppe der zehn bis fünfzehnjährigen bei denen das Gehäuft auftritt.
00:24:29: Wenn also eine schwangere ohne immunologischen Schutz vor VareZellen Umgang mit Kindern bis zum fünften Lebensjahr hat dann bekommt sie ein Tätigkeitsverbot während der gesamten Schwangerschaft.
00:24:45: Die Auswirkung letzten Endes ist, dass die Tätigkeit, die eine unverantwortbare Gefährdung darstellt für Schwanger ausgeschlossen ist.
00:24:54: Ich hoffe mal konnte das so verstehen!
00:24:57: Ich glaube schon.
00:24:57: Also danke schön für das Beispiel, auf jeden Fall an einem Beispiel wird es ja immer noch mal greifbarer.
00:25:04: Wir können ja direkt mal bei den Infektionsgefahren bleiben.
00:25:07: was sind denn das für Risiken zum Beispiel die heutzutage anders bewertet werden als früher wenn wir über Infektion gefahren sprechen?
00:25:15: Warum war Operin der Schwangerschaft ausgeschlossen?
00:25:18: Es war ausgeschlossene weil beim Umgang mit potenziell kontaminierten Spitzenschafen Gegenstände eine Nadelstichverletzung hätte auftreten können oder auftretend kann und man sich dann mit Hepatitis B, C- und HIV infizieren könnte.
00:25:37: Hepatidis B können wir vernachlässigen weil wir ja alle geimpft sind.
00:25:42: es geht um Hepatidis C und HIV.
00:25:45: Sehen wir uns mal die Meldezahlen der anerkannten WKs.
00:25:51: BK ist eine Berufskrankheit, das heißt im Rahmen einer beruflichen Tätigkeit erworbene Erkrankungen.
00:26:00: sehen wir uns mal die Meldezahn bei der deutschen gesetzlichen Unfallversicherung bezüglich Hepatitis C und HIV an.
00:26:10: Ich nenne ihn mal die Zahn zwischen zwei Tausendsechzehn und Zweitausendzwanzig also in fünf Jahren.
00:26:17: In diesen fünf Jahren gibt es für Sechsundachtzig an erkannte Fälle.
00:26:25: Das heißt pro Jahr, circa siebzehn Fälle war ca.
00:26:29: sechs Millionen im Gesundheitsdienst tätigen Menschen oder bei über viertensvierzig Millionen überhaupt berufstätigen Menschen denn es sind ja alle Berufsgruppen also auch die Messerstecherei beider Polizei oder im Tattoo Studio.
00:26:47: Also, für Hepatitis C ist es in fünf Jahren eine ganze Drei-Zin-Fälle.
00:26:55: Das sind pro Jahr zwei oder drei.
00:26:58: Ich habe auch die neuen Zahlen von Zwei-Tausendzwanzig bis Zweitausendvierundzwanziger.
00:27:03: Die sind noch niedriger!
00:27:05: Ich finde aber diese Zahlen nicht so repräsentativ weil wir hatten von Zweitausend zwanzig zu zweitausendsdreifenszwanzige Corona.
00:27:14: also Die Zahlen von hier sind vielleicht auch interessanter.
00:27:20: Aber dennoch, die Zahlen sind nicht hoch!
00:27:23: Nächster Punkt ist die Übertragung der Transmissionen.
00:27:27: Von Hepatitis BCHIV bei einer Nadestichverletzung ist verschwindend gering.
00:27:33: Ich bin seit über zwanzig Jahren Betriebsärztin am UKHD und Klinikum Heidelberg.
00:27:40: Ich kenne keinen einzigen Fall.
00:27:43: Wir haben pro Jahr circa fünfhundert dokumentierte Nadelstichverletzungen gemeldet.
00:27:50: Die laufen im Falle von Nadel-Stich Verletzung über uns, den Betriebsarztlichen Dienst.
00:27:56: Wir sind hier der Durchgangsarzt.
00:27:58: somit verfügen wir über die Daten von Spender oder Indexpersonen, dass die Person an der man sich gestochen hat und den Empfänger oder den Verletzten das ist die.
00:28:10: Ich sage Ihnen jetzt mal den Erfahrungswert.
00:28:14: Hepatitis B-Positive Spender oder Indexperson haben wir circa zwanzig bis dreißig Mal jährlich.
00:28:22: Hepatiitis C-Positive Spender, die haben wir zwei, drei vielleicht viermal wenn auch fünfmal im Jahr aber nicht mehr.
00:28:30: Dann die HIV-positiven Spender.
00:28:33: Die sind meist vorher bekannt.
00:28:36: Die haben wir ca.
00:28:37: vier bis fünf bis sechsmal jährlig.
00:28:40: Hier ist es wichtig Da muss ja innerhalb kürzester Zeit, also innerhalb der ersten zwölf Stunden wenn möglich eine POST-Expositionsprophylaxe erfolgen.
00:28:51: Ich kenne keinen Fall.
00:28:53: Konsens heute ist eigentlich das für blutübertragbare Biostoffe Hepatitis BCHIV gilt, dass bei Einhaltung der erforderlichen Schutzmaßnahmen das berufliche Infektions-Gerisiko wirklich sehr gering ist und kaum über das allgemeine Infektion-Risiko in der Bevölkerung hinausgeht.
00:29:17: Ja danke schon mal für die ganzen Informationen zur Infektiosgefahr aber wir haben ja auch noch die Narkosegase.
00:29:22: wie
00:29:22: es ist denn damit?
00:29:23: Da gibt es ja die Rede bezüglich der Narkosegasensilvo Floranen das bei uns hauptsächlich benutzt wird.
00:29:30: Das betrifft aber Serofloran, Isofloran und Desflorran.
00:29:35: Diese Narkosegase waren als Gefahrstoffe nicht kategorisiert.
00:29:41: Normalerweise sind Gefahrstoffe in die Y-Kruppe, die ist sicher mit der darf man einen Umgang haben oder in die X-Gruppe.
00:29:49: Die ist bedenklich, mit der kann man als Schwangrik keinen umgang haben.
00:29:53: Die Narkosegase war gar nicht eingeteilt Und deswegen waren sie sofort eine unverantwortbare Gefährdung.
00:30:01: Deswegen durfte man mit ihnen nicht umgehen.
00:30:03: Nun gibt es den Arbeitskreis Gefahrstoffe beim Ausschuss für Mutterschutz und dieser Arbeitskrei hat erarbeitet, dass keine schädigende Wirkung der Narkosegase nachgewiesen wurde.
00:30:19: Daher ist nicht mehr von einer unver Antwortbaren Gefährderung auszugehen Und bei Beachtung von unzulässigen Tätigkeiten ist der Umgang mit Narkosegasen für schwangere Ärztinnen möglich.
00:30:34: Das ist ein Riesenfrotschnitt in der Medizin, für die Anästhesistin, die darf jetzt Gasnarkosen durchführen und die Chirurgien-Darfoperationen mit Gasnarksosendurchführen.
00:30:47: dadurch erweitert das OP-Sprektrum, dadurch auch Bauch-OPs mit besserer Steuerbarkeit.
00:30:54: Die werden eben gerne mit Karstenakosen gefahren, alle sind begeistert.
00:31:00: Wichtig muss ich nochmal wiederholen die unzulässigen Tätigkeiten und die Einhaltung der Regel also wie schon gesagt Maskeinleitungen, der Operationsraum, Einleitungsraum muss geeignete technische Maßnahmen haben und Undichtigkeiten sollen vermieden werden.
00:31:19: es gibt noch mehr Punkte.
00:31:20: Ich habe nur die wichtigsten mal hier ausgezählt.
00:31:23: Aber es ist ja ganz beruhigend tatsächlich, dass diese Risiken, die da früher ausgeschlossen werden sollten dadurch das man die Frauen überhaupt nicht in den OP gelassen hat.
00:31:33: relativ überschaubar sind.
00:31:34: So habe ich das jetzt verstanden, gerade bei den Infektionsrisiken.
00:31:38: Das ist ja auch für alle anderen wichtig.
00:31:40: Also niemand möchte sich durch eine Nadelstichverletzung mit HIV anstecken insofern gut zu wissen wie diese Risiken tatsächlich einzuschätzen sind.
00:31:48: Sie haben ganz am Anfang etwas zum Thema Wahlfreiheit gesagt also dass es nicht so ist, dass über den Kopf der Ärztin hinweg entschieden wird sondern dass sie selber entscheiden kann Wie viel möchtet ihr im OP machen oder fühlt sie sich besser wenn sie's vielleicht lieber nicht macht während der Schwangerschaft.
00:32:04: Wieso ist das wichtig, dass die Ärztin selbst entscheiden können?
00:32:08: Es ist natürlich ganz wichtig, eine schwangere Ärztine nicht gegen ihren Willen weiter operieren muss oder gegen ihren willen nicht darf.
00:32:20: Wahlfreiheit ist auch im Sinne der Gleichbehandlung und der Gleichstellung gegenüber männlichen Kollegen wichtig.
00:32:27: weiter operativ tätig sein zu können.
00:32:29: Die Ausbildungszeit nicht verlieren zu müssen, zum anderen.
00:32:34: die Möglichkeit es nicht tun zu müssen ist auch wichtig.
00:32:38: Manche Schwangere insbesondere während der ersten Schwangerschaft Fühlt sich verunsichert, ist ängstlich und fühlt sich vielleicht mit einer anderen Tätigkeit wohler als mit operieren.
00:32:52: Und das muss man akzeptieren und verstehen und darf dann nicht gegen ihren Willen agieren.
00:32:59: Ich sage immer den Vorgesetzten, die ich ja auch berate Es hat keinen Sinn eine Mitarbeiterin zu einer Tätigkeiten zu zwingen, die sie nicht durchführen möchte.
00:33:09: und es gibt ein Spruch der heißt Die Schwangerat immer recht.
00:33:14: Das heißt, wenn die Schwangere möchte sollte sie dürfen?
00:33:17: Wenn die Schwange nicht möchte, sollte sie nicht dazu gezwungen werden.
00:33:20: das ist ja eine schöne Regelung.
00:33:22: wir sind hier der Recruiting Podcast von Ärzte stellen.
00:33:25: also es geht bei uns auch immer darum was tun Kliniken, was tun Arbeitgeber dafür?
00:33:31: Um in Zeiten des Fachkräftemangels attraktiv für Ärztinnen und Ärzte zu sein.
00:33:35: Das ist ja auch so ein Thema, wenn es klare Regelungen gibt für die Ärztin.
00:33:40: Wir haben im Studium mehr Frauen als Männer, die dann natürlich in die Facharzt-Weiterbildung gehen.
00:33:46: Warum ist das für die Klinik so relevant, dass man da Regelung schafft um diese Frau mehr Sicherheit zu bieten?
00:33:53: Sie haben uns gerade eben gesagt... Die Medizin wird immer weiblicher.
00:33:57: Ich möchte Ihnen hier mal Zahlen am Uniklinikum Heidelberg benennen, im Jahr zwei tausendfünfundzwanzig hatten wir rund fünfzehntausend Mitarbeiterinnen über zehntausend siebenhundert also mehr als zwei Drittel waren weiblich und circa achttausendeinhundert im gebärfähigen Alter.
00:34:21: Frauen wollen heute Gleichbehandlung mit Männern und immer mehr Ärztinnen sind in Führungsposition.
00:34:28: Es wäre doch schade, auf deren Kompetenz zu verzichten wegen irgendwelchen starren Regelungen.
00:34:35: Außerdem ist es sicher für eine junge Ärztin im gebärfähigen Alter sehr schön wenn sie weiß dass ihr Arbeitgeber Opiz unterstützt keine oder nur wenig Zeit im Rahmen ihrer Facharztausbildung verliert und die schwanger Operatörin erleidet keinen Karriereknick, weil sie kann weiter ihre Tätigkeit, die sie gewohnt ist auszuführen durchführen.
00:35:05: Also es werden dringend qualifizierte Ärztinnen benötigt.
00:35:09: Die Möglichkeit Sie bartheilen OP arbeiten zu lassen erhält wertvolle Arbeitskräfte im OP.
00:35:16: Ein ganz wichtiger Punkt finde ich, man muss sagen können dass man schwanger ist.
00:35:22: Man genießt dadurch einen gewissen Schutzstatus kann aber weiterhin qualifizierte Arbeit leisten.
00:35:30: aus meiner Erfahrung kann ich Ihnen sagen das wir viele ärztliche wirklich viele und zwar hauptsächlich im operativen Bereich hatten die ihre Schwangerschaft so spät gemeldet haben, weil sie den Karriereknick vermeiden wollten und weil Sie Ihre Weiterbildung ohne Zeitverlust weiterführen wollen.
00:35:50: Und sagen wir mal ehrlich das Verschweigen ist die schlechteste Variante von
00:35:54: allen.
00:35:55: Das stimmt!
00:35:56: Sehen Sie das denn bei den jungen Ärztinnen?
00:35:59: auch in dem Einstellungsverfahren sage ich mal während des Recruitings dass es ein Faktor ist?
00:36:03: Dass es bei Ihnen in Heidelberg da so klare Regelung gibt.
00:36:06: hat sich das schon rumgesprochen?
00:36:08: Ich hoffe, dass es sich rumgesprochen hat.
00:36:11: Weil Opizia wirklich von der Führungsebene unterstützt wird.
00:36:15: Ich habe noch keinen Chefatz erlebt, der das nicht unterstützt hat.
00:36:19: ganz im Gegenteil.
00:36:21: die fanden das super!
00:36:22: Die fanden es ganz toll.
00:36:24: endlich ein Move in der Medizin und Es ist immer ein attraktiver Faktor für eine junge Frau Im gebärfähigen Alter wenn sie weiß dass ihr Arbeitgeber das unterstützt.
00:36:37: Und es ist vielleicht auch ein Grund ein Arbeitgeber nach solchen Kriterien auszuwählen.
00:36:44: Es macht einen Arbeitgebersicher auch attraktiver!
00:36:48: Das glaube ich auch, also wie merken Sie das denn wenn sie mit den jungen Ärztinnen sprechen?
00:36:53: Gibt es entsprechende Erwartung heute schon oder ist es eher so was wo man sagt na es ist eigentlich ein Glück aber ich erwarte gar nicht dass mir so entgegen gekommen wird in dem Moment Wie erleben Sie die?
00:37:04: Also ich muss Ihnen ehrlich sagen Ich glaube Wenn die Ärztin von außerhalb
00:37:09: kommen
00:37:10: dass das noch nicht so weit verbreitet ist, dass viele noch nicht wissen und die Freude ist immer riesengroß.
00:37:23: Wir versuchen ja maximal zu unterstützen.
00:37:27: es bietet so großartige Möglichkeiten aber sind eben auch ein paar Hürden die man erst gehen muss damit es stattfinden kann.
00:37:37: Bleiben
00:37:38: wir mal genau da.
00:37:39: Sie sind ja jetzt am Uniklinikum Heidelberg schon sehr, sehr weit und sie haben sehr früh angefangen entsprechend das zu regeln und zu organisieren.
00:37:46: Was raten sie denn anderen Kliniken die sagen ich habe es Jetzt gehört bei uns sind wir noch nicht so.
00:37:52: weiter gibt's immer noch unklarheit.
00:37:54: Ich weiß gar nicht ob die jungen ärztin Verschweigen würden vielleicht wenn sie schwanger sind.
00:37:59: was kann man tun um So ein klimat zu schaffen um klare Regelungen zu schaffen?
00:38:03: wie fängt man an?
00:38:04: Also
00:38:05: die großartigen Möglichkeiten, durch diese neuen Regelungen sind vorhanden.
00:38:10: Aber sie dürfen nur umgesetzt werden wenn eine Gefährdungsbeurteilung vorliegt.
00:38:17: und genau hier liegt oft der Engpass.
00:38:21: verantwortlich für die Gefährderung Beurteilungen ist der Arbeitgeber also eigentlich die Abteilung eigentlich die Kliniken selbst.
00:38:30: Jetzt muss man ganz ehrlich sagen, die Ärzte ersticken in Routinearbeit.
00:38:34: Die müssen Stationen versorgen, die müssen ihre OPs durchführen und Arztbriefe schreiben.
00:38:41: Also eine Gefährdungsbeurteilung ist wahrhaftig nicht deren tägliche Brot.
00:38:46: Das muss mal ganz ehrlich sein.
00:38:48: Deswegen glaube ich es ist ganz wichtig dass von oben hier der Chef selber wird das ja nicht machen.
00:38:55: Dass sich hier eine Unterstützung bei der Gefährderung Beurteilungen unterstützt wird, dass es auch gefordert wird.
00:39:04: Von wo auch immer.
00:39:05: also Es kann die Arbeitssicherheit der zuständigen Betriebsarzt unterstützen bei der Implementierung.
00:39:13: Meine Empfehlung wäre in jeder Abteilung eine zuständige Person für Mutterschutz Eine sogenannte Mutterschutzbeauftragte zu benennen.
00:39:24: Idealerweise Ist das eine schwangere Ärztin in Führungsposition, eine schwankere Oberärztin?
00:39:30: Das ist das absolute Highlight.
00:39:33: Sie hat die Personalverantwortung und sie hat den Blickwinkel der Schwangeren.
00:39:39: Sie ist also selbst betroffen.
00:39:40: bei uns hat zum Beispiel Der Ordinarius für Anesthesiologie vor circa acht Jahren Eine leitende Oberärztin war gerade schwanger als zuständige für Mutterschutz benannt.
00:39:54: Das war natürlich wahnsinnig effektiv.
00:39:57: Als Führungsperson hat sie Personalverantwortung, sie ist aber auch selbst betroffen und damals haben wir eine Gefährdungsbeurteilungen für alle Kliniken, für die Abteilung an der Theologie also auf die Klinik für Anästhesiologie gemeinsam mit der Arbeitssicherheit der Personalvertretung erstellt.
00:40:17: Diese Kollegin ist noch heute die Zustände dafür, die ist eingedacht Und zwar völlig unproblematisch jetzt im Rahmen dieser neuen Veröffentlichungen, das Go für OPs und Narkosegase die Gefährdungsbeurteilung anzupassen.
00:40:35: Also eine zuständige ist eingedacht und bekommt auch Neuerung mit.
00:40:40: ich glaube es ist ganz wichtig muss von oben her unterstützt werden.
00:40:46: Sind Sie denn zufrieden mit den Regelungen, so wie sie jetzt sind?
00:40:49: Halten Sie das für ausreichend oder glauben Sie da könnte es in Zukunft durchaus noch besser geben?
00:40:53: Also jetzt muss ich mal ganz ehrlich sagen die Medizinbranche kann sich glücklich schätzen als mit die ersten von den Regelung vom Ausschuss für Mutterschutz bedacht worden zu sein.
00:41:07: Das ist ein Meilenstein.
00:41:09: Letzten Endes habe ich mich über zehn Jahre dafür eingesetzt und ich freue mich riesig über den Erfolg!
00:41:15: Die Wünsche der Ärztinnen wurden gesehen, und der Ausschuss für Mutterschutz hat sie aufgegriffen.
00:41:21: Insgesamt ist es eine Superentwicklung.
00:41:24: Man muss die Entwicklung jetzt erstmal weiter beobachten, könnte gegebenfalls fein justieren also wenn Veränderungen Aber das Fass möchte ich gar nicht aufmachen.
00:41:35: Dann werde es vielleicht beim Mutterschutzgesetz selbst, aber wie gesagt dieses Fass möcht ich nicht auf machen!
00:41:43: Nein, ich glaube wir können wirklich zufrieden sein und die Ärztinnen sind auch sehr glücklich.
00:41:50: Vielen lieben Dank, Frau Dr.
00:41:52: Ewerbeck für diese Einblicke und Erläuterungen!
00:41:54: Und damit sind wir auch schon wieder am Ende dieser Folge von Bis der Arzt kommt dem Recruiting-Podcast von Ärzte Stellen angekommen.
00:42:02: Wenn Sie in Zukunft keine weiteren Folgen mehr verpassen möchten, dann abonnieren sie uns am besten an einem Podcastportal Ihrer Wahl.
00:42:09: Und wenn Sie Fragen oder Anmerkungen haben – oder sich mit unseren Recruitting-Experten austauschen möchten?
00:42:15: Dann schreiben Sie uns am Besten.
00:42:16: die Adresse ist
00:42:17: podcastetärztestellen.
00:42:20: dee.
Neuer Kommentar